Warum Argumente nicht genügen
Über den Umgang mit dem Trumpismus
Im Umgang mit dem Trumpismus und der rechten Bewegung weltweit setzen wir uns mit einer Kraft auseinander, die von Angst und Spaltung lebt und dort an Stärke gewinnt, wo ihre Macht, Angst zu erzeugen und anderen Menschen zu schaden, auf fruchtbaren Boden fällt. Während es entscheidend ist, die realen Probleme anzugehen, mit denen wir konfrontiert sind—wie seit Jahrzehnten auseinander driftende Einkommen und ein dysfunktionales politisches und Mediensystem—wird ein rein rationaler Ansatz nicht ausreichen, um den gefährlichen Angriffen auf die Demokratie – und grundlegenden Anstand – zu begegnen, die uns in den kommenden Jahren sowohl in den USA als auch im Westen und weltweit bevorstehen.
Der Trumpismus hat toxische Narrative gesponnen, die selbst die extremsten Maßnahmen wie Massendeportationen oder die Inhaftierung politischer Gegner für seine Anhänger als vernünftige Lösungen darstellen. In dieser verzerrten Realität werden Fakten durch Fiktionen ersetzt, wodurch eine nahezu undurchdringliche Weltsicht entsteht, die selbst den aufrichtigsten und durchdachtesten Argumenten widersteht.
Obwohl wirtschaftliche und systemische Missstände, von denen Trumps Wähler betroffen sind, nicht außer Acht gelassen werden dürfen, greift der Trumpismus auf etwas weitaus Gefährlicheres zurück: tief verwurzelte, suprematistische Instinkte. Schwarze Wähler, die Kamala Harris überwältigend unterstützt haben, verstehen diese Dynamik besser als die meisten. Ihre Unterstützung gründet nicht einfach auf der Tatsache, dass Harris eine schwarze Frau ist, sondern spiegelt eine lange Geschichte des Widerstands gegen ähnliche autoritäre und ausschließende Taktiken wider.
Selbst heute bleibt die US-amerikanische Gesellschaft entlang von Linien ethnischer Herkunft und Geschlecht tief gespalten, und der Trumpismus nährt sich von dieser Spaltung und ihren gewalttätigen historischen Wurzeln.
Es darf kein Missverständnis geben: Trumps zentrale Botschaft war niemals, stolz auf die eigene Identität oder Herkunft sein zu dürfen. Das war die Botschaft von Harris. Seine Botschaft ist weit dunkler: der Glaube, dass es das inhärente Recht eines Trumpisten sei, anderen Leid zuzufügen. Dieses Ethos von Dominanz und Vergeltung ist es, das seinen Erfolg antreibt.
Um dem entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, klare Grenzen zu setzen und zu schützen—persönliche, soziale, rechtliche, politische und ethische—und alle erforderlichen Formen des friedlichen Widerstands zu nutzen. Nur so können wir diese destruktive Kraft auf ihre wahre Natur schrumpfen lassen: das Weinen eines verängstigten Kindes, das verzweifelt nach Bestätigung und Liebe sucht.