Vernissage »Wie fühlt sich eine Nymphe?«
Zur Eröffnung von DREAM 7 reist Banu Birecikligil aus Bodrum nach Berlin an, um ihre neue Struwwelpeter-Reihe, das Ölgemälde »Der nächtliche Spaziergang« und ausgewählte Drucke aus dreißig Jahren Malerei zu zeigen. Dazu die neue Video-Kollaboration »Darkstar« mit Tim Ra.
Banu Birecikligil malt seit dreißig Jahren Traumlandschaften, in denen sich Mensch, Tier und Mythos überlagern. Ihre Wälder, Vegetationen und Städte sind weniger Orte als Bewusstseinszustände. Figuren, die in gesellschaftlichen und persönlichen Zwängen gefangen sind, treffen darin auf Wesen, die jenseits der Entfremdung existieren.
Im Zentrum stehen drei großformatige Arbeiten auf Papier, die den Struwwelpeter als Bild von Ohnmacht und Entfremdung deuten. »Ich hatte so ein Gefühl des Verkommens im eigenen Körper oder in der eigenen Seele«, erzählt die Künstlerin über die Entstehungszeit. Im Türkischen gibt es dafür eine Metapher: das schwarze Wasser, das einem in die Beine fließt. Ihnen gegenüber hängt »Der nächtliche Spaziergang« — eine Nymphe durchstreift eine nächtliche Landschaft, daneben ein Haus, das Licht abstrahlt.
Aus diesem Gemälde ist mit Tim Ra eine filmische Welt entstanden. Die Reise der Nymphe führt durch miterlebtes Leid, Schmerz und Tränen zu neuem Wachstum. Schlüssel dafür ist die Empathie.
»Darkstar« — Video-Kollaboration von Banu Birecikligil und Tim Ra
Ab 20 Uhr spricht Banu Birecikligil öffentlich über ihre Arbeit: über den Struwwelpeter als Bild der Ohnmacht, über das schwarze Wasser, und über die Frage, wie sich ein Bewusstsein anfühlt, das nicht entfremdet ist. Einen Vorgeschmack gibt das Werkstattgespräch, das Tim Ra in ihrem Atelier in Bodrum aufgezeichnet hat.
Banu Birecikligil in ihrem Atelier in Bodrum