»Darkstar« | Banu Birecikligil & Tim Ra
Eine Nymphe spielt in einer nächtlichen Lichtung Murmeln mit Augäpfeln. Als einer davonrollt, folgt sie ihm — und verliert sich in surrealen Seelenlandschaften, in denen sie entfremdeten Versionen ihrer selbst begegnet.
Sie trifft auf verzweifelte Frauen: Struwwelpetra, die in schwarzer Flüssigkeit versinkt. Eine enthauptete Meerjungfrau. Kassandra ohne Arme. Sie sieht die Welt mit deren Augen, sieht alles und kann doch nichts verändern. Erst als sie ihren Tränen Raum gibt, beginnt das Wachstum.
»Darkstar« ist ein Film über Ohnmacht und Mitgefühl — und darüber, dass Veränderung zuweilen dort beginnt, wo der Kampf endet.
Sämtliche Figuren, Kreaturen und Orte des Films stammen aus den Gemälden von Banu Birecikligil: die Nymphe, das Mädchen im schwarzen Wasser, Kassandra, die Meerjungfrau, die Eidechsen mit den Augenköpfen, die fliegenden Augen, das leuchtende Haus. Seit drei Jahrzehnten malt sie Traumlandschaften, in denen sich Mensch, Tier und Mythos überlagern — Wälder und Meerwesen, Nymphen und Satyrn, Augen mit Flügeln. Ihre Landschaften sind keine realen Orte, sondern Zustände des Bewusstseins.
Die Musik stammt aus dem Album »Kosmische Kuriere« von Tim Ra und Jens Strüver: die Stücke »Darkstar« und »Nebula«, eine kosmische Reise zwischen Elektronik, Ambient und psychedelischen Klanglandschaften.
Wer die Welt des Films nicht nur auf dem Bildschirm erleben will, findet die Gemälde, aus denen er entstanden ist, im Original: vom 3. Oktober bis zum 23. Januar 2027 im Lovelab Dreamspace, Pappelallee 25.
Kunstfilm | 6:07 | 2026 | Banu Birecikligil & Tim Ra
Gemälde, Figuren und Bildwelt: Banu Birecikligil · Storyboard, Animation und Realisation: Tim Ra · Musik: Tim Ra & Jens Strüver