
Tim Ra · Jens Strüver: Kosmische Kuriere
Release & Vernissage am 25.04.2026 von 19-22h
@ Lovelab Dreamspace · Pappelallee 25 · 10437 Berlin
mit DJ Jens Strüver an den Decks und Tim Ra live
Eine Menschheitskrise droht, das Fundament menschlichen Lebens auf der Erde zu zerstören. Tim Ra & Jens Strüver antworten darauf mit einer radikal humanen Vision – eine kosmische Menschheit, die ihre Beschränktheiten durch Empathie und Liebe überwindet. In der Stadt der Mauer und der Love Parade ist eine Musik für eine Welt ohne Grenzen entstanden – eine Musik, die das Menschliche ins Kosmische weitet und im Kosmischen wieder zu ihrer eigenen Menschlichkeit findet.
Aus den Vollen der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts schöpfend, verschmelzen Ra & Strüver Jazz, Klassik, Exotica und cineastische Avantgarde zu Klangwelten, die zugleich geerdet und transzendent sind – vertraut und doch entrückt. Luftig-transparent instrumentiert und von lässigen, oft schlagzeuglosen Grooves getragen, weitet das Album den Blick in den Kosmos – nicht als Flucht, sondern als Einladung, den Kollaps bisheriger menschlicher Systeme als einen notwendigen Neuanfang zu verstehen.
Dabei trifft Strüvers enzyklopädisches Musikwissen und sein gewaltiges Archiv auf Ras Raffinesse im Umgang mit Sequencern, Hardware und Künstlicher Intelligenz. In monatelangen Sessions, mit präzise designten Textbefehlen, analoger Outboard-Hardware und akribischem Sounddesign am PC, entwarfen die beiden ätherische akustische Visionen für eine Welt, die das Trennende überwindet und die Vielfalt feiert.
Die A-Seite bewegt sich leichtfüßig und tänzerisch durch das Universum: von der schimmernden Morgendämmerung der Vénus Matinée mit ihren Mancini-Anklängen über den hypnotischen Puls von Pulsar – einem interstellaren Bolero, der sich temperamentvoll entfaltet und mit Mariachi-Trompeten in galaktische Ekstase mündet – hinein in das taumelnde Labyrinth der Sterne, bevor Planet außer Kurs die Reise in verspielte Unberechenbarkeit kippen lässt. Danach lädt die elegante Saturn Soirée zum Cruisen zwischen den Ringen des Gasplaneten.
Die B-Seite schlägt deepere, dunklere Töne an. Darkstar und Nebula atmen mit choralen Stimmen die neblige Nostalgie großer orchestraler Sci-Fi-Klangwelten und spannen eine Linie von Gustav Holst über Bernard Herrmann bis in die Gegenwart – bevor Wasser des Lebens alles in einer schwerelosen Süße bündelt. Hier verdichtet sich Ras und Strüvers humane Vision: Auch in der Dunkelheit ist es der Klang der Familie, der von einer gemeinsamen Zukunft kündet.
Tim Ra & Jens Strüver – die Kosmischen Kuriere – schenken den süßen Nektar eines fremdartigen Universums ein, das zugleich immer schon unsere Heimat war. Diese Musik präsentiert eine Gegenvision zu Hass, Spaltung und Zerstörung: elegant, hypnotisch, zeitlos – und ein Versprechen, dass eine Welt ohne Mauern nicht nur denkbar, sondern zum Greifen nah liegt.
Kurzbiographien
Jens Strüver
Jens Strüver ist Berliner DJ, Produzent und Gründer des Labels m=minimal und Archivar experimenteller Musiktraditionen. Als Teil von Formationen wie Borngräber & Strüver und J.R. Plankton verbindet er Krautrock-Heritage, Minimal-Techno und cineastische Klangforschung und brachte u. a. bislang vergriffene Conrad-Schnitzler-Aufnahmen wieder ans Licht. Seine aktuellen Projekte umfassen ein neues Album mit Stephan Mensger sowie das gemeinsam mit Marco Baldini und Werner Dafeldecker realisierte Album Prismatic auf dem renommierten Label Room40. Zudem arbeitet Strüver an Musik von Conrad Schnitzler und Ernstalbrecht Stiebler. Mit seinen detailversessenen DJ-Sets und überraschenden Kollaborationen verkörpert Strüver eine Kuratorenrolle, die Klang-Archäologie und Avantgarde zu einer radikal humanen musikalischen Praxis verschmilzt.
Tim Ra
Tim Ra ist ein deutsch-amerikanischer Produzent, Rapper und Multimedia-Künstler, der in seiner Berliner Galerie Lovelab Dreamspace Synths, Sequencer und Künstliche Intelligenz zu futuristischen und psychedelischen Space-Visionen verschmilzt und in Ausstellungen etwa von Ulli Lust einige der bedeutendsten Künstler:innen der Gegenwart zeigt. Als Mitgründer der Electro-Hip-Hop-Formationen Splatterdandy und A.M.T. und Autor mehrerer Oral-History-Bücher über subversive Musikkulturen mit Max Dax verknüpft er – oft unter seinem Pseudonym Robert Defcon – seit Jahren Politik, Science-Fiction und Community-Aktivismus zu einer vielschichtigen Praxis und entwirft transmediale Visionen einer grenzenlosen, empathischen Menschheit – von psychedelischen Live-Shows bis zu KI-generierten Bild- und Filmwelten, die die Mauern im Kopf einreißen.