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Faschismus ist kein Naturgesetz

Erniedrigung als Programm

First published on 28.03.2026.

Die Oligarchie hat nicht nur Reichtum in historisch beispiellosem Ausmaß akkumuliert – sie hat politischen und medialen Einfluss gekauft und greift nun nach der Deutungshoheit über die Realität selbst. Ein eng verflochtenes Geflecht rechter Medien, Investoren und Plattformen gewinnt wachsende Kontrolle darüber, welche Inhalte zirkulieren, welche Stimmen Gehör finden und welche Realitäten wie wahrgenommen werden – transnational organisiert und tief in westliche Öffentlichkeiten hineinwirkend.

So konnte sich ein Narrativ durchsetzen, das Politik durch Erniedrigung ersetzt: Härte statt Lösungen, Dominanz statt Dialog, Abwertung statt Analyse. Gewalt, Unterdrückung und Rücksichtslosigkeit werden vom hohlen Männlichkeitskult der neuen Rechten als Stärke glorifiziert – während die Wut gezielt gegen feministische Frauen, gegen queere Menschen und gegen Männer aus anderen Kulturen kanalisiert wird: als Bedrohung, als Projektionsfläche, als Feindbild.

Sozialdemokratische Parteien haben dieser Entwicklung wenig entgegengesetzt. Ganz im Gegenteil. Indem sie als Handlanger der Oligarchie soziale Konflikte entpolitisiert und neoliberale Politiken eingeführt haben, haben sie das Feld für rechte Akteure geöffnet.

Der Aufstieg von rechtsradikalen Parteien wie der Alternative für Deutschland ist daher kein Unfall der Geschichte, sondern Symptom einer gesellschaftlichen Konstellation, die zwar Ungleichheit nährt wie niemals zuvor, aber diese Tatsache systematisch durch eine Rhetorik der Meritokratie und Leistung verschleiert.

Die Oligarchie verkauft Erniedrigung als Lösung: als Ventil für Frust, als Simulakrum von Kontrolle, als trügerische Form von Stärke. Doch Verletzlichkeit ist kein Defizit. Nicht Härte macht uns menschlich, sondern die Fähigkeit, Schmerz zuzulassen und durch ihn hindurchzugehen. So wie wir durch diese dunkle Phase der Menschheitsgeschichte gehen müssen, um eine bessere Welt zu finden.

Faschismus ist kein Naturgesetz. Er entsteht – und er kann gestoppt werden.

Widerstand ist möglich. Und notwendig, wenn unsere Demokratien eine Zukunft haben sollen.